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Qigong - heilende Bewegung

Qigong - heilende Bewegung Begriff
Qigong Heilende Bewegung

Qigong (sprich: Tschi-Gung) ist ein Teil der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM). In China wird Qigong seit Jahrtausenden praktiziert. Qi lässt sich mit Atem, Energie und Lebensenergie übersetzen. Gong bedeutet Pflege, Übung und Arbeit. Zusammen ist das ein psychosomatischer Übungsweg, der Körper und Seele gleichermaßen anspricht.
Ziel von Qigong ist es, die Lebensenergie des Einzelnen zu stärken, ihn körperlich, geistig und seelisch flexibler zu machen. Qigong umfasst mit seinem ganzheitlichen Ansatz gymnastische Elemente und meditative Übungen zur Aktivierung der Lebensenergie. Geprägt hat den ganzheitlichen Ansatz dieser Art von Energiepflege die chinesische Philosophie mit ihrem dualistischen Weltbild, das um die beiden Pole Yin und Yang kreist.
Qigong fördert die körperliche, seelische und geistige Beweglichkeit, kann Heilungsprozesse positiv begleiten, zur Erhaltung der Gesundheit und zur Selbstheilung beitragen. Zunehmend wird Qigong eingesetzt, um Krankheitsverläufe positiv zu beeinflussen, etwa bei Rheuma, Nervenerkrankungen, Krebs, Tinnitus oder Asthma.

Dem Qigong liegt eine besondere Lebensbetrachtung zu Grunde. Es geht um den Kontext, in dem der einzelne Mensch steht. Das heißt, der Mensch steht fest auf der Erde, über den sich der Himmel wölbt und aus diesem Kontakt schöpft er seine Kräfte. Die Erde ernährt den Menschen. Vom Himmel nimmt er seinen Atem. Alles trägt zu seiner Energie bei. Wenn er das bewusst wahrnimmt, stärkt er bereits seine Energieaufnahme. Qigong lehrt uns, uns selbst in diesem Zusammenhang zu sehen, bewusst und verantwortungsvoll zu sein, in Harmonie mit unserer Umgebung, der Umwelt und auch mit uns selbst. Der Mensch ist ein Mikrokosmos, der genauso funktioniert wie der Makrokosmos.

Die Lebensenergie Qi ist kein Gegenstand, den man untersuchen und messen könnte. Die Lebensenergie fließt. Die Chinesen nennen die ursprüngliche Kraft "Tao". Das übersetzt man auch mit "Weg". Schon diese ursprüngliche Kraft fließt also. Sie wird schöpferisch, in dem sie sich in Yin und Yang polarisiert. Die Energie entsteht in diesem Fluss zwischen den Polen, die sich gleichzeitig anziehen und abstoßen. Yin und Yang sind überall enthalten und bringen alle Gegensätze hervor: Mann und Frau, Himmel und Erde, Tag und Nacht. Das östliche Denken wird von Dualität geprägt, wobei diese Dualität als Ergänzung und nicht als Widerspruch verstanden wird. Die Pole brauchen sich und stehen in einem ständigen Kontakt und Austausch. Fließt dieser Austausch harmonisch, ist alles in Ordnung. Dann sind wir, unsere Gesellschaft und das System Erde gesund. Entstehen Blockaden in diesem Fluss zwischen den Polen, entwickeln sich Missempfindungen und letztendlich Krankheiten - nicht nur bei den Menschen, sondern auch bei den großen Systemen wie der Erde.

Qigong sollte im Idealfall fester Bestandteil des Alltags werden. Doch auch wer seltener übt, tut sich etwas Gutes. Der Qigong-Einstieg gelingt am leichtesten über einen Kurs. Neben der Deutschen Qigong Gesellschaft bieten noch zahlreiche weitere Institutionen, auch die Volkshochschulen, entsprechende Kurse an. Heutzutage sind die Qigong-Lehrer in der Regel gut ausgebildet.
Das Alter spielt bei Qigong überhaupt keine Rolle. Ob im hohen Lebensalter oder als Kleinkind oder - noch besser - im Mutterleib, denn wenn es der Mutter gut geht, dann kommen die Kinder auch so auf die Welt, ruhiger und ohne Stress. Bei Kleinkindern kann man mit Qigong-Massagen beginnen. Kindergartenkinder können einfache Qigong-Übungen selbstständig praktizieren. Auch auf der anderen Seite der Altersskala gibt es keine Grenze:
Es gibt spezielle Qigong-Kurse für Menschen in Altersheimen und für Behinderte. Sie geben ihnen das Gefühl für den Körper und für sich selbst zurück. Diese Kurse helfen den Menschen, sich selbst neu zu begegnen, sich zu bejahen und das Leben anders zu genießen.

Es gibt im Grunde nur die Voraussetzung offen zu sein und sich auf Neues einzulassen
Schon einmal Qigong pro Woche ist wunderbar. Es hängt sehr davon ab, was man übt. Es ist auch gut, wenn man einmal in der Woche gemeinsam mit anderen übt, weil das korrigierend wirkt. Aber am schönsten ist es, wenn es gelingt, Qigong in den Alltag zu integrieren.

Beweglichkeit für Körper und Geist
Die Beweglichkeit und Geschmeidigkeit des Körpers wird erhöht. Wenn die Energie durch die Wirbelsäule fließt, wird der ganze Körper gut mit Energie versorgt. Mit Qigong stellt sich sehr bald eine seelische Ausgeglichenheit ein. Das ganze Leben beginnt sich mit Qigong zu lichten, denn Qigong lehrt vor allem zwei Dinge: Entspannung (und damit Aufnahmefähigkeit) und Entschiedenheit (also Struktur und Klarheit).
Wenn diese zwei Faktoren in die Lebenshaltung integriert werden, dann geht man ganz gut durch das Leben, denn es wird eine Ordnung in das eigene Leben und die Seele gebracht.
Auch gesundheitlich geht es dann besser: Viele Wehwehchen verschwinden wie von selbst, etwa Rückenschmerzen, Kopfschmerzen und auch leichte Gelenkschmerzen.

Behandlung
Qigong und die Schulmedizin

Während Qigong fester Bestandteil der Traditionellen Chinesischen Medizin ist, begegnet die Schulmedizin dieser Therapieform noch mit Zurückhaltung. Zunehmend entdecken jedoch auch westliche Ärzte die Vorzüge von Qigong - und integrieren diese Art der Energiepflege in die Therapie.

Qigong ist zwar kein Heilmittel, das alles andere ersetzt. Allerdings: Qigong kann sehr viele Methoden - auch die der Schulmedizin - unterstützen. Qigong wird zum Beispiel an Krebskliniken praktiziert und hilft dort den Patienten, Nebenwirkungen von Chemotherapien besser zu verkraften. Qigong wird vermehrt bei Multiple Sklerose-Patienten an schulmedizinischen Kliniken eingesetzt. Einige der MS-Patienten, die im Rollstuhl sitzen und sich teils überhaupt nicht mehr bewegen können, gewinnen durch Qigong zum Teil etwas ihrer verlorenen Mobilität wieder zurück sowie wieder Freude am Leben durch den neu gewonnenen Blick für sich selbst und die Umgebung.

Qigong unterstützt alle Maßnahmen deutlich. Qigong wirkt entspannend und aktiviert so die körpereigenen Heilkräfte. In Fällen, in denen man nach einer schulmedizinische Diagnostik medikamentös - im Sinne der Schulmedizin und auch der Naturheilkunde - keine weitere Hilfe weiß, bietet sich Qigong den Patienten an. Es werden deutlich weniger Medikamente benötigt und vor allem verbessert sich die Befindlichkeit der Patienten. Sie fühlen sich wohler und gesünder, auch wenn oft die schulmedizinischen Untersuchungen keine objektiven Veränderungen ergeben.

Auch lässt sich Qigong bei Patienten einbinden, die an Störungen leiden, die vom Nervensystem ausgehen und Organe in ihrer Funktion behindern, vor allem bei psychosomatischen Erkrankungen.
Qigong eignet sich auch für Personen, die unter Stress oder Angstzuständen leiden oder über Kopfschmerzen klagen, aber auch bei Patienten, die eine erhöhte Infektanfälligkeit haben oder bei Atemwegserkrankungen wie etwa Asthma bronchiale. Qigong ist auch sinnvoll bei Depressionen. Fazit: Qigong ist immer dann gut, wenn man nach Wegen sucht, sich selbst zu helfen, denn Qigong ist eine Selbstheilmethode.

Es gibt eine Promotion über die Wirkung von Qigong bei Asthma bronchiale mit einem sehr positiven Fazit: Dr. Ingrid Reuther hat in ihrer Doktorarbeit nachgewiesen, dass sich bei einem Großteil der Asthmapatienten, die Qigong ausübten, die Lungenfunktion deutlich verbessert hat, dass sie sich subjektiv besser fühlen und dass sie weniger Medikamente einnehmen mussten. Insgesamt gibt es jedoch noch relativ wenige wissenschaftliche Untersuchungen.

Qigong lehrt, richtig zu atmen. Mit Hilfe der Atmung lässt sich Energie im Körper besser verteilen. Es ist wissenschaftlich nachgewiesen, dass Qigong bei Asthma sehr gut hilft, dass die Patienten weniger Medikamente benötigen und weniger Fehltage am Arbeitsplatz haben.
Sehr gut ist Qigong auch für übergewichtige Kinder, die in den Schulen keinen Sport treiben wollen, weil sie dort immer Misserfolge erleben. Sie entdecken durch Qigong ihren Körper und bekommen Freude an der Bewegung, die keinen Normen oder Schönheitsidealen entsprechen muss.

Schafft Linderung / Hilft bzw. kann Unterstützend wirken bei:
Chemotherapien, Multiple Sklerose, Krebs, Multipler Sklerose oder Morbus Bechterew
Atemwegserkrankungen (u.a. Asthma, )
Magen-Darm-Erkrankungen (u.a. Gastritis, Verstopfung, Übergewicht, Diarrhö)
Neurologische Erkrankungen (u.a. Tinnitus)
Orthopädische Erkrankungen (u.a. Rheuma)
Psychovegetative Erkrankungen (u.a. Depressionen, Schlafstörungen, Nervosität, Angstzustände)

Hintergrund
Die Geschichte von Qigong ist ungefähr 5.000 Jahre alt und die Wurzeln des Qi Gong liegen in China
. Es gibt mehrere Hauptrichtungen, etwa das buddhistische, das taoistische oder auch das konfuzianische Qigong. Das tibetische Qigong soll aus der vorbuddhistischen Zeit stammen. Es beinhaltet viele schamanische Elemente. Die Energiepflege des Qigong hat sich aus den Bedürfnissen des Alltages entwickelt: In Tibet beispielsweise waren die Menschen, durch das Klima extremen Schwankungen von sehr kalt bis sehr heiß ausgesetzt. Qigong war eine der Antworten, wie sie mit diesen extremen Bedingungen der Natur fertig werden konnten.
Seit 20 Jahren erlebt Qigong eine Renaissance im asiatischen Raum In China ist Qigong zu einer Massenbewegung geworden, und findet zunehmend auch den Weg in den Westen.
Qigong wurde früher in den geschlossenen Zirkeln der Adelsfamilien und in den Klöstern praktiziert, und erlebte gegen Ende der kommunistischen Revolution in China eine Renaissance und wurde zu einem Massenphänomen.
Ende der 70ger und Anfang der 80ger Jahre entwickeln sich in den westlichen Industrienationen, aber auch im asiatischen Raum, moderne Arten wie das medizinische Qigong, das ganz gezielt zur Genesung von Krankheiten im Sinne der westlichen Schulmedizin eingesetzt wird. Mit der Zeit entwickelten sich verschiedene moderne Formen des Qigong wie z.B. Qigong zur Geburtsvorbereitung oder Qigong mit Kindern.

Viele der heute noch praktizierten daoistischen Übungen sind in dem so genannten "Gelben Kaiser" beschrieben. Dieses älteste medizinische Lehrbuch Chinas wird dem legendären Huangdi, dem gelben Kaiser, zugeschrieben, der Mitte des dritten Jahrtausends vor Christus regiert haben soll. Dieses umfassende Buch beinhaltet auch den ganzen theoretischen Hintergrund und gibt einfache Ratschläge für die Harmonisierung des Alltags, wie beispielsweise eingehende Anweisungen für Akupunkteure.

Qigong bildet die Basis dieser verschiedenen uns bekannten asiatischen Kampfkünste wie Tai Chi, Kung Fu und Co. Qigong lehrt, die Energie wahrzunehmen, sie zu stärken, gezielt zu leiten und einzusetzen. Das bedeutet: Qigong ist eine Voraussetzung dafür, die anderen Disziplinen insbesondere die Kampfsportarten ausüben zu können. Die östlichen Kampfsportarten arbeiten mit der inneren Energie. Ohne diese ist der Kampf nur eine sinnentleerte äußere Auseinandersetzung.

Eine spezielle Form ist das Geburts-Qigong. Während der Schwangerschaft verleiht Qigong der Mutter eine bessere Kondition. Es hilft ihr, die Übelkeit im ersten Trimester besser zu meistern, den Blutdruck zu regulieren und mit den Schwierigkeiten im Wirbelsäulenbereich besser umzugehen.
Außerdem bereitet Qigong auch auf die Geburt vor. Eine zentrale Rolle spielen hier die Atmung und die Vorstellung. Dadurch lässt sich zum Beispiel die Zeit der Eröffnungswehen wesentlich verkürzen und die Dosis der Schmerzmittel während der Entbindung reduzieren.

Dieser Text ist rein informativ und nicht als Diagnose oder Therapieanweisung gedacht. Für Fragen zu Ihrer eigenen gesundheitlichen Situation konsultieren Sie bitte Ihren Therapeuten, Heilpraktiker oder Arzt.
Es kann keine Haftung für Schäden jeglicher Art übernommen werden, die direkt oder indirekt aus diesen Informationen resultieren.


Weiterführende Links:


Die sanfte Bewegung des Tai Chi

Akupunktur

Kinesiologie

TCM Traditionelle Chinesische Medizin


Weiterführende Literatur:




"Lächelnd gebären. Qigong zur Geburtsvorbereitung"
"Ich breite mein Lächeln aus. Qigong und MS"
Qigong-Schule: "Blühender Zweig"

Hier finden Sie Hotels, Arrangements und Spezialisten zu diesem Thema:

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