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Chirotherapie – die korrigierende Hand

Chirotherapie – die korrigierende Hand Begriff
Chirotherapie oder Manuelle Medizin ist eine medizinische Schule, die sich mit der Wiederherstellung der Beweglichkeit von Gelenken befasst
, die in Form und Zusammensetzung intakt sind, deren Funktion jedoch gestört ist. Die Methoden der Chirotherapie werden, soweit es geht, sowohl durch Empirie als auch mit Ursache-Wirkungs-Modellen begründet. Wie die Osteopathie arbeitet die Chirotherapie ergänzend zur evidenzbasierten Medizin.

Die ältesten Aufzeichnungen über eine Chirotherapie stammen aus Indien, wo bereits vor einigen Jahrtausenden verschobene Wirbel mit Händen oder Füßen wieder zurechtgerückt wurden. Die moderne Form dieser Behandlung zählt zu den manuellen Therapien und aus dem Griechischen kommt ihre Bezeichnung: „chiros“ bedeutet Hand. Nur mit seinen Händen und ohne jegliche Hilfsmittel arbeitet der Therapeut am Patienten. Eine abgeschlossene Ausbildung als Arzt, Heilpraktiker oder Physiotherapeut ist Voraussetzung für die Zusatzqualifikation „Chiropraktiker“. Das „Korrigieren“ wird jedoch nicht mit Gewalt oder großer Krafteinwirkung ausgeübt, dennoch ist die Behandlung nicht ganz risikofrei. Das „Knacksen“, das bei dieser Therapie häufig, aber nicht immer auftritt, deutet darauf hin, dass hier Knochen und Gelenke verschoben und aus der bestehenden Fehlstellung wieder mit Fingerspitzengefühl an die richtige Stelle gerückt werden.
Grundsätzlich hat man in der Manuellen Medizin die Möglichkeit, eingeschränkt bewegliche Gelenke mobilisierend oder manipulativ zu behandeln. Bei der „mobilisierenden“ Behandlung wird die Beweglichkeit durch sanft und häufig wiederholte Dehnungsbewegungen wiederhergestellt. Die „manipulierende“ Behandlung beruht auf der Erkenntnis, dass eine sehr schnell durchgeführte und kurze Bewegung mit viel weniger Kraft oft zu einer sofort einsetzenden und oft vollständigeren Wiederherstellung der Beweglichkeit führen kann. Diese Techniken an der Wirbelsäule sind dem Arzt (in der Chirotherapie) und dem Heilpraktiker (in der Chiropraktik) vorbehalten. Manipulative Techniken an Extremitätengelenken sowie mobilisierende Wirbelsäulentechniken können auch von entsprechend ausgebildeten, nichtärztlichen Personen durchgeführt werden (z.B. Physiotherapeuten). Sie wird dann nicht als „Manuelle Medizin“ sondern als „Manuelle Therapie“ bezeichnet

Behandlung
Der Behandlung geht immer eine ausführliche Befragung des Patienten voraus, oft mit Betrachten oder Anfertigen von Röntgen- oder CT-Bildern. Erst dann folgt auf eine Untersuchung die eigentliche Chirotherapie. Der Therapeut ertastet die Stelle, wo zwei Wirbel oder zwei Knochen eines Gelenks sich nicht in der richtigen anatomischen Position befinden. Mit leichtem Zug und Druck korrigiert er die Stellung der beiden Knochen zueinander. Oft empfindet der vorher schmerzgeplagte Patient sofort eine deutliche Erleichterung, manchmal ist auch eine Wiederholung der Behandlung einige Tage später erforderlich. Nach spätestens drei bis vier Manipulationen sollte die Behandlung beendet werden, falls sie bis dahin keinen Erfolg gezeigt hat. Eine Besserung der Beschwerden durch die Chiropraktik ist dann nicht mehr zu erhoffen. Wird diese Blockade gelöst, verschwinden oft unmittelbar nach der Therapie sämtliche Beschwerden. Vor einer Behandlung müssen selbstverständlich alle anderen möglichen Gründe ausgeschlossen werden.
Die Risiken einer Chirotherapie sollten dem Patienten vor der Behandlung genau erläutert werden. Dazu gehört gerade bei Manipulationen im Wirbelsäulenbereich die Gefahr einer Nervenschädigung bis hin zur Querschnittslähmung. Die Halswirbelsäule ist dabei der empfindlichste Bereich. Misslingt die Behandlung, kann die Durchblutung der Arteria vertebralis, die das Gehirn versorgt, vorübergehend unterbrochen werden. Diese Störung des Blutkreislaufs kann schwerwiegende Komplikationen mit sich bringen bis zum Auftreten eines Schlaganfalls. Bei einem bestehenden oder bereits operierten Bandscheibenvorfall sollte der Chiropraktiker ebenfalls nicht eingreifen, hier sind andere Methoden angebracht. Auch bei akuten entzündlichen Krankheiten, einer Blutgerinnungsstörung oder beim Vorliegen einer Osteoporose muss auf diese Behandlung verzichtet werden. Der eventuelle Schaden wäre größer als der Nutzen. Wegen der bestehenden Risiken übernehmen die meisten Krankenversicherungen die Chirotherapie nur dann, wenn sie von einem Arzt mit der entsprechenden Zusatzausbildung durchgeführt wird.
Allgemein ist eine Abklärung bestimmter Wirbelsäulenschäden (beispielsweise Metastasen, Tumoren) mittels Röntgenaufnahme oder besser CT/MRT vor jeglicher Manipulation der Wirbelsäule unabdingbar.

Schafft Linderung / Hilft bei:
Nur bei ganz bestimmten Krankheitsbildern und Gelenkfehlstellungen ist diese Therapie hilfreich; wie beispielsweise beim Tennisellenbogen und bei Blockaden im Bereich Schultergelenk, Halswirbel, Schlüsselbein, Brustbein und Rippenwirbel.

Hintergrund
Der Begriff Chirotherapie beschreibt zugleich eine Zusatzbezeichnung, die an Ärzte von den Ärztekammern vergeben wird, die über ihre schulmedizinische Ausbildung hinaus eine Ausbildung in Chirotherapie abgeleistet haben. Nur Ärzte, die entsprechende Nachweise erbracht haben, dürfen auf Ihrem Praxisschild und in ihrem Briefkopf das Wort „Chirotherapie“ führen. Wer einen Chirotherapeuten sucht, kann über die zuständige Ärztekammer einen entsprechenden Arzt in seiner Umgebung finden. Heilpraktiker bezeichnen sich meist als Chiropraktiker (oder Chiropraktoren), eine in Deutschland viel geläufigere aber nicht geschützte Bezeichnung, hinter der im Einzelfall eine fundierte Ausbildung oder auch nur wenig Wissen stehen kann. Direkte Verwandtschaft in den Methoden besteht außer zur Chiropraktik auch zur Dorn-Therapie und zur Osteopathie. Die Wirksamkeit der Chirotherapie ist nach wie vor umstritten


Dieser Text ist rein informativ und nicht als Diagnose oder Therapieanweisung gedacht. Für Fragen zu Ihrer eigenen gesundheitlichen Situation konsultieren Sie bitte Ihren Therapeuten, Heilpraktiker oder Arzt.
Es kann keine Haftung für Schäden jeglicher Art übernommen werden, die direkt oder indirekt aus diesen Informationen resultieren.


Weiterführende Links:

Die sanfte Bewegung des Tai Chi

Akupunktur

Kinesiologie

TCM Traditionelle Chinesische Medizin

Alexandertechnik – Freiere Bewegungen für ein besseres Körpergefühl

Feldenkrais-Methode

Balneo Therapie - die sanften Wasseranwendungen

Die Bioresonanztherapie



Weiterführende Literatur zu Chirotherapie:




Chirotherapie von Kopf bis Fuß
Arbeitsbuch Chirodiagnostik und Chirotherapie
Manuelle Therapie
Leitfaden Manuelle Therapie

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